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Lange war es ruhig in diesem Blog. Fast genau 1 Jahr ist es nun seit dem letzten Eintrag her. Ich hatte es mir anders vorgestellt, wollte häufiger und regelmäßiger schreiben, aber ich wusste nicht, wie ich weitermachen sollte. Was gibt es schon zu berichten aus dem Gemeindealltag, wo doch alles ganz „normal“ läuft…?

„Normale Gemeinde sein“ – das haben wir uns (wieder neu) vorgenommen seit unserem Jubiläum und genau das sind wir: Gottesdienste, Gruppenstunden und Veranstaltungen, Arbeitskreistreffen, Kasualien - alles geht seinen gewohnten Gang. Keine Großprojekte, keine Highlights. Dennoch: Normal heißt nicht: weniger wert, langweilig, belanglos. Es geschieht so viel hier in der Blumendelle, jede Woche wieder: Menschen gehen im „Dom“ ein und aus, treffen sich zu den Gruppenstunden, gehen zur Musikschule. Menschen begegnen einander, haben Gemeinschaft, treffen sich (manchmal leider auch im doppelten Wortsinn), und gleichzeitig oder währenddessen, begegnen wir Gott. Auf ganz unterschiedliche Weise, manchmal nebenbei, manchmal stolpern wir über ihn, manchmal sind wir erwartungsvoll und manchmal überrascht, dass Er ja auch hier ist…

Mein Schreibtisch steht am Fenster mit Blick auf unser Kirchengebäude; und ich sehe viele Menschen, die durch die Türen ein- und ausgehen, manche winken mir zu und ich winke zurück, manchmal ergibt sich ein Plausch am offenen Fenster (und manchmal ziehe ich das Plissee ganz hoch, weil ich einfach niemanden sehen und nicht gesehen werden will).

Und dann sind da noch die Menschen aus unserer Umgebung, die täglich im „Schatten“ der Kirche die Straße entlang gehen; Menschen, für die das Kirchengebäude „normal“ ist, die aber nie eine Fuß durch seine Türen setzen: Der Mann im Schalke-Trikot mit den zwei Hunden, die Geschäftsfrau mit Aktentasche, die Gruppe Jugendlicher, die täglich genau zu dem Zeitpunkt an unserem Haus vorbeilaufen, wenn unser Großer zu Schule losgeht, der Schichtarbeiter, dem ich zunicke, wenn er sein Auto parkt oder wieder wegfährt, das Ehepaar von den Zeugen Jehovas, das täglich gegen 9Uhr zu ihrem Missionstrip aufbricht, die zwei jungen Damen osteuropäischer Herkunft, die mit langen Haken durch die Müllcontainer wühlen, der alte Mann mit der Bierflasche auf dem Weg zur Bank an der Grünfläche neben der Kirche.

Wir sind mit so vielen Menschen unterwegs und auch diejenigen, die „nur“ an der Kirche vorbeilaufen, gehören zu unserem Gemeindealltag. Und auch wenn wir uns mehr Kontakte wünschen, oft am Beziehungsaufbau scheitern und uns fragen: „warum kommt Ihr nicht auch hier rein?“: Gott hat alle im Blick, Er ist da, Er ist HIER. So wie unser Dom einerseits ein markantes Gebäude in Schalke ist und anderseits einfach irgendwie unaufgeregt zum Stadtbild dazugehört. Gott ist auffällig, aber nicht aufdringlich. Sein Haus führt uns zusammen, ganz konkret und persönlich oder auch „nur“ im Vorübergehen. Und es „normal“, dass wir hier Gott begegnen (können).

Bleibt dir Frage: Wie lange dauert es bis zum nächsten Blogeintrag? Ich weiß es nicht; nach wie vor überlege ich, was genau wir eigentlich mit diesem Blog auf unsrer Homepage bezwecken? Was genau will ich eigentlich mit diesem Blog. Was gehört hier rein? Muss es immer einen besonderen Anlass geben, über den ich schreibe? Oder dürfen es auch Gedankensplitter und kurze Impulse sein?

Geht es nicht viel eher darum, dass die Gemeinde auf dieser Internetpräsenz ein bisschen mehr Gesicht bekommt? Dass die geposteten Termine und Veranstaltungen auf einer offiziellen Gemeinde-Homepage etwas mehr Profil bekommen? Obwohl dieses Profil vielleicht auch eher eine einseitige Pastorinnen-Ansicht hat?

Wir werden sehen, bis bald irgendwann!

© Katrin Laug, 31.05.2017.